Philosophie

Die Natur in Flaschen einfangen

Winzersein ist ein Leben in der Natur und mit der Natur. Und das Ziel ist, die Komplexität der Gegebenheiten aus Boden, Klima und Wetter zuordenbar, wiedererkennbar und nachtrinkbar zu machen. So ist jeder Wein in jedem Jahr ein Unikat. Und die Authentizität der Natur ist immer viel mitreißender als die Gleichmacherei, die jedes Jahr denselben Geschmack hervorbringen will.

Die Unverwechselbarkeit von Jörg Lanius’ Weinen entsteht deshalb auch mehr im Berg als im Keller. Denn wer gute Trauben mit nach Hause bringt, der wird auch guten Wein haben – mit viel Arbeit, aber ohne Tricks und Kniffe.

Das Ergebnis aus Natur und Arbeit ist aber nicht einfach nur Wein. Das Ergebnis mundet und es mündet in die Emotionen derer, die den Wein trinken.

Nachhaltigkeit ist Lebensart

Wenn der Begriff Nachhaltigkeit nicht so in Mode gekommen wäre,  wenn er nicht so kommerzialisiert würde, dann könnten sich die Winzer aus dem Mittelrheintal Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreiben. Denn hier wird nicht über Nachhaltigkeit gesprochen, hier wird sie gelebt:

2000 Jahre Weinbau am Mittelrhein heißt, dass das Bewirtschaften und Pflegen immer mit langfristigem Denken verbunden war und ist. Denn ein Weinberg trägt 40 oder 50 Jahre lang seine Früchte. Und was heute neu gepflanzt wird, ist der Wein für die Generation von morgen.

Nachhaltigkeit ist vor allem auch der Respekt vor der beeindruckenden Landschaft, der Schönheit des Tals. Man spürt, wie klein der Mensch ist in diesem großen Konzert. Und man ist glücklich, ein Teil davon zu sein und ihn zu erhalten – so Jörg Lanius.

 

Nachhaltigkeit ist durch die UNESCO verbrieft

Der Lohn für den nachhaltigen Einsatz ist verbrieft: Das Mittelrheintal ist UNESCO-Welterbe. Das macht nicht nur stolz und verbindet noch stärker, sondern es verpflichtet auch. Der Welterbe-Status ist eine Hommage an die Besonderheit der Landschaft, an die Arbeit – die eigene und die der Vorfahren – an das Denken und Handeln heute für Kontinuität auch morgen.